Roth – Am Wochenende vom 28. bis zum 30. Juli 2017 trafen sich die Jugendfeuerwehren Birkach, Roth und Eckersmühlen sowie die Jugendorganisation des BRK Roth zu einem gemeinsamen Berufsfeuerwehrtag in Roth. Im Rahmen dieses 48-Stunden-Übung arbeiteten die Jugendlichen gemeinsam verschiedene realitätsnahe Einsätze ab. Daneben erlebten sie noch viel Spaß und Action miteinander.

Die Jugendwarte der Jugendfeuerwehren Birkach, Roth und Eckersmühlen trafen sich vor drei Monaten das erste Mal um über einen gemeinsamen Berufsfeuerwehrtag zu sprechen. Vor zwei Jahre hatten die drei Wehren schon einmal eine solchen Berufsfeuerwehrtag durchgeführt und schon damals war klar, dass muss wiederholt werden. Jetzt war es also soweit. Diesmal sollte aber nicht nur die Feuerwehr teilnehmen, sondern auch die Jugend des BRK Roth. Als Termin wurde das Wochenende vom 28. bis zum 30. Juli 2017 ausgeguckt.

Diesen Freitag war es soweit. Um 16.00 Uhr fanden sich die Jugendlichen der Wehren aus Birkach, Roth und Eckersmühlen sowie das BRK im Feuerwehrhaus in Roth ein. Schnell waren die Betten aufgebaut und die Jugendlichen hatten sich häuslich eingerichtet. Dann hieß es auch schon antreten im Hof. Nach der Begrüßung durch die Jugendwarte wurden die Jugendlichen auf die Fahrzeuge eingeteilt. Jetzt wurden die jungen Floriansjünger auf die Fahrzeuge eingewiesen, damit sie im Einsatzfall auch wissen, wo was zu finden ist.

Nach dem gemeinsamen Abendessen stand ein Unterricht zum Thema „Drogenprävention“ auf dem Programm. Hauptkommissar Stefan Michalek aus Hilpoltstein klärte die Jugendlichen rund um das Thema Drogen und deren Gefahren auf. Die Jugendlichen hörten gespannt zu und stellten die ein oder andere interessierte Frage.

Dann ging es los. Der erste Einsatz stand auf dem Programm. Ein landwirtschaftliches Gebäude stand in Brand. Der gesamte Zug bestehend aus dem Florian Roth 10/1 (Kommandowagen), dem Florian Roth 40/2 (Hilfeleistungslöschfahrzeug), dem Florian Roth 47/1 (Mittleres Löschfahrzeug), dem Florian Roth 23/1 (Tanklöschfahrzeug), dem Florian Roth 30/1 (Drehleiter) und dem Florian Eckersmühlen 48/1 (Löschfahrzeug) sowie einem RTW (Rettungswagen und einem KTW (Krankentransportwagen) fuhren nach Hofstetten. Eine Maschinenhalle stand in Brand und mehrere Verletzte waren zu versorgen. Unter den Augen von Kreisbrandmeister Michael Stark wurde schnell und effektiv gegen den Brand vorgegangen und die verletzten Personen versorgt. Kaum waren alle wieder zurück in Roth und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit, wurden die Floriansjünger zu zwei weiteren Einsatzorten gerufen. Eine Lagerfeuer war außer Kontrolle geraten und eine Ölspur musste abgebunden werden. Um Mitternacht waren alle wieder zurück
am Standort und Nachtruhe stand auf dem Programm.

Am Samstag stand am morgen zunächst Frühsport an. Dieser wurde unterbrochen, da ein Teil der Mannschaft mit zwei Fahrzeugen an die Kläranlage gerufen wurde. Der Einsatz stellte sich aber als Fehlalarm heraus. Nach dem Frühstück wurden die Jugendlichen zum Thema Unfallverhütung und Verhalten an der Einsatzstelle unterwiesen. Wieder wurde der komplette Zug alarmiert. Eine Person am Rothsee galt als vermisst. BRK und Feuerwehr suchten mit Booten und zu Fuß auf und um das Gewässer. Nach mehreren Stunden wurde die verwirrte Person gefunden und ärztlich versorgt. Während des Einsatzes wurde Verpflegung der
Mannschaft durch die SEG Georgensgmünd übernommen.

Nachdem die Teams wieder eingerückt waren, wurde der Infonachmittag vorbereitet. An mehreren Stationen konnte man sich über die Jugendfeuerwehr informieren. Es konnten die Fahrzeuge bewundert werden und Fragen gestellt werden.

Kreisbrandrat Werner Löchl, Kreisbrandmeister Michael Stark, Kreisbrandmeister Werner Weigel und der zweite Bürgermeister Hans Raithel begrüßten die Jugendlichen und die Interessierten. Alle stellten das Engagement der Jugendlichen und anderen Ehrenamtlichen von Feuerwehr und BRK heraus. Sie lobten die Bereitschaft und forderten die Jugendlichen auf dran zu bleiben und auch später in der aktiven Wehr so weiter zu machen.

Ein neue Alarm störte beim Nachmittagskaffee – zwei Einsatzorte mussten angefahren werden. Aus einer Wohnung musste mittels Drehleiter eine verletzte Person gerettet werden. Am Bauhof war eine Person in eine Montaggrube gestürzt und eine andere unter einem Container eingeklemmt. Die Einsätze wurden unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Michael Stark, der sich spontan bereiterklärt hatte dieses Amt zu übernehmen, effektiv und professionell abgearbeitet. Auch die
Rettung der Person mittels Drehleiter aus dem Dachgeschoss einer Wohnung war kein Problem für die jungen Floriansjünger.

Zurück im Feuerwehrhaus in Roth war erst mal Freizeit und Regeneration angesagt. Doch auch diese war nur von kurzer Dauer. Ein Container für Gartenabfälle hatte Feuer gefangen. Auch hier hatte Kreisbrandmeister Michael Stark als Gruppenführer des Florian Roth 47/1 den Einsatz übernommen. Unterstützt vom Florian Eckersmühlen 48/1 und dem Florian Roth 23/1 konnte auch dieser Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden.

Die zweite Einsatzstelle für den Florian Roth 40/2, den Florian Roth 61/1 (Rüstwagen) sowie den Florian Roth 14/1 (Mannschaftstransportwagen) und den beiden Rettungswägen war in recht unwegsamen Gelände. Eine Mountainbiker war bei einer nächtlichen Tour gestürzt und das BRK hatte die Feuerwehr zur Unterstützung angefordert. Hier musste der Weg zur Einsatzstelle sowie die Einsatzstelle selbst ausgeleuchtet werden. Darüber hinaus war noch eine Tragehilfe erforderlich, um den Verletzten zu dem bereit stehenden Rettungswagen zu bringen. Danach fielen alle todmüde ins Bett.

St. Florian meinte es gut mit den Seinen und ließ die Jugendlichen am Sonntag etwas länger schlafen. Aber schon läutete wieder der Alarm. Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei PKW rief den kompletten Zug und beide Rettungswägen auf den Plan. Zwei Personen waren eingeklemmt und diese mussten patientenschonend gerettet werden. Dieser „Einsatz“ wurde aber nicht unter Einsatzbedingungen absolviert, sondern von den Betreuern als sogenannte Lehr-Übung durchgeführt. Dabei wurde jeder Schritt erklärt und alle durften den Umgang mit Schere und
Spreizer üben.

Kreisbrandinspektor Roland Ritthammer und Bürgermeister Ralph Edelhäußer, die beide extra den Weg zum Einsatzort auf sich genommen haben, um dem Spektakel beizuwohnen, waren dann auch voll des Lobes über die Art und Weise, wie die Jugendlichen bei der Sache waren. Trotz der Müdigkeit, waren alle konzentriert und folgten den Worten ihrer Ausbilder.

Nach Rückkunft ins Feuerwehrhaus wurde die Fahrzeuge gereinigt und das Gerätehaus wieder auf Vordermann gebracht. Bei einem gemeinsamen abschließenden Mittagessen, wurde die Einsätze nochmals nach besprochen. Die Jugendwarte Bernd Pischke aus Roth, Petra Stiefvater aus Birkach und Steffen Schaefer aus Eckersmühlen, attestierten dann bei Abschlussfoto den Jugendlichen aus den Feuerwehren und vom BRK eine tadelloses Verhalten und lobten die Einsatzbereitschaft sowie das jetzt schon vorhandene Fachwissen. Auch an die Helfer und zusätzlichen Betreuer wurde gedacht, ohne die ein solcher Event nicht stemmbar wäre. Alle Teilnehmer erhielten eine Tasse als Andenken – den Löschbecher für die Helden von morgen. Die Organisatoren konnten die müden und sehr zufriedenen Jugendlichen in die Ferien entlassen.