Tausend Jahre Eckersmühlen

Drei Burgställe (Burgstellen) sind in Eckersmühlen nachweisbar. Die älteste Turmburg auf einem heute noch vorhandenen Erdhügel an der Ringstraße dürfte in die Zeit um 1020 zurückweisen. Damals schenkte Kaiser Heinrich II dem neu gegründeten Bistum zu Bamberg Ausstattungsgebiete im Rheinland, Schwarzwald und Kärnten. Auch die Gegend um Roth, mindestens bis Berching, vermachte er dem Bistum.

Unterhalb dieser Turmburg ist am Rothfluß das älteste primitive Mühllein und auch die Flur “Warth” überliefert. Eineinhalb Jahrhunderte später sind Ortsritter “Oegger” mit einer Wasserschutzburg und 2 Gräben in dem heute noch “Burgstall” genannten Flurbezirk erwähnt.

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Eckersmühlen

Die Oegger hatten am felsigen Gefälle der Roth als großen Fortschritt die “Oeggensmühl” erbaut, und vermutlich als Mitglied der Bamberger Georgsbruderschaft ein erstes Kirchlein zu Ehren des Ritters gegen den Unglauben, St. Georg gestiftet. (Beim Abbruch des alten Kirchleins im Jahre 1709 war im Altar eine gekennzeichnete Georgs-Reliquie gefunden worden.)

Der letzte Oegger dürfte, wie auch Friedrich von Abenberg, vom Kreuzzug des Kaisers Barbarossa vor 1200 wieder heimgekommen sein.

In der kaiserlosen Zeit um 1270 hatte Heinrich vom Stein die wuchtige Burg im heutigen Hilpoltstein erbaut. Hier am Rothfluß gegenüber “an der Leithen” errichtete er eine kleine Turmburg als Ausdruck seiner Ortsherrschaft.

Inzwischen hatten die Nürnberger Patrizier, die Holzschuher, Ebner, Strohmeyer und Küdorfer hier zur Finanzierung des Bamberger Dombaues, bambergische Höfe und Güter erworben.

Auf Abmahnung des Bischofs Reimboto von Eichstätt wegen umfangreicher Schädigungen von Kirchengütern, stiftete Heinrich II. vom Stein vor 1300 wie anderswo, auch hier ein “Willibaldskirchlein”, das freilich in die Abhängigkeit der Allerheiligenkirche, außerhalb des Ortes Allersberg kam.

Dorthin wurden jahrhundertelang Festtagsprozessionen von hier aus durchgeführt.

Dann folgten Auseinandersetzungen des Hilpolt vom Stein um den Besitz der verfallenen Oeggerschen Wasserschutzburg, welche Conrad von Heideck im Jahre 1340 als alten Besitz mit seinen Beamten verteidigte.

Erst als der bedeutende Reichsstand “Deutscher Orden” zu Nürnberg im Jahre 1376 die strittigen Objekte mit einigen Höfen erwarb, trat endgültige Ruhe ein.

Um diese Zeit war in der Holzschuherischen Mühle (im späteren Kupferhammer in Eckersmühlen) ein Eisen-Schmelzhammer eingerichtet worden.

Das Erz, auf der Jurahöhe gefördert, wurde von Bergen und Laibstadt auf sogenannten “Eisenstraßen”, welche ab 1384 überliefert sind, zum Hammer gebracht.

Von Nürnberg aus war nach 1400 bei der alten Dorfmühle ein Drahtzug eingerichtet worden, später ein Messinghammer mit Schmelzhütte.

Burggraf Friedrich von Nürnberg war zum Markgrafen von Brandenburg ernannt worden. Nach den schweren Zerstörungen in den Kriegen des Markgrafen Albrecht Achilles 1449 und 1460, mußte auch das ruinierte Dorfkirchlein wieder instandgesetzt werden.

An sehr verzweigten Flußläufen (beim späteren unteren Hammer), wurde rechts am westlichen Flußlauf eine deutschordische Ölmühle, und nach deren Verfall ein kleiner Kupfer-Zainhammer für Dünnmaterial zum Drahtziehen gebaut.

In diesen Jahrhunderten sind die großen Eichenwaldungen in Richtung Wallesau – die Flurnamen zeugen noch davon- zu Holzkohle verarbeitet worden. Durch die Reformation war 1528 die Abtrennung von der Kirche zu Allersberg erfolgt.

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Fritz Schäff

1552 war der Brandkrieg des Marktgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg – Onolzbach gegen Nürnbergische Besitzungen.

1562 ließ der Markgraf mit Baumaterialien links des Flusses auf festerem Grund einen kleinen Eisenhammer errichten.

1621 war im unteren Hammer während der Inflationszeit zu Beginn des 30-jährigen Krieges eine Legierungsschmelze für die markgräfliche Münze zu Roth betrieben worden.

Sehr zahlreich sind ab 1610 die Hammerschmiede und Hammermeister der Familie Geck hier überliefert.

1632/34 ist weitum im Lande von streifenden kaiserlichen Verbänden alles geplündert und verbrannt worden. Um 1650 waren Glaubensflüchtlinge aus dem “Ländlein an der Enns” unterhalb von Passau die starken Förderer des Wiederaufbaues.

Durch den Markgrafen erfolgte 1668 der Neubau des unteren Eisenhammers mit 6 Hämmern. Dazu kam ein Schlößlein, ein kleines Wohnhaus und eine … Scheune.

Markgraf Wilhelm Friedrich ließ 1709/10 anstelle des baufälligen Willibaldskirchleins gegenüber der untätigen Deutschordensherrschaft zu Nürnberg einen eindrucksvollen, formschönen barocken Kirchenbau erstellen. (Über der Eingangstüre ist sein Namens-Monogramm eingemeißelt.)

Vom Amt Roth aus erfolgte 1743 aus Herrschafts- und Konkurrenzgründen die gewaltsame Aufhebung des Deutschherrnordens bei der Mühle im Dorfe, mit einem nachfolgend langwierigen Prozess.

Beide uralte Herrschaften sind durch Napoleons Eingriffe mit der Errichtung des Königreiches Bayern im Jahre 1803 überholt worden. 1775 heiratete der erste der 5 Generationen Schäff in den unteren Eisenhammer (heute “Schäff Hammer”) ein.

Vor 1800 war der Höhepunkt des Kupfer-Zainschmiedens im oberen Hammer (heute “Kupferhammer”) für die Drahtzüge in Freystadt, Allersberg und Roth (mit Pferde- und Menschenkraft).

Im Jahre 1832 pachtete der erste Grimm, Karl Grimm, aus der Gegend von Coburg als Hammerschmiedemeister den “Kupferhammer” und begann das Kesselschmieden

Im Dorf entstand 1853 aus der alten Mühle (heute alte Bronzefabrik Grimm) ein Blattmetallhammer unter Hofmann und nachfolgend durch Hitzenbühler. Nach dem ersten Weltkrieg erfolgte die Ausweitung des Betriebes Haarländer & Schmidt für leonische Erzeugnisse.

Soweit die Überlieferung unseres Herrn Fritz Schäff.

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich Eckersmühlen nach und nach als selbstständige Gemeinde – Industrie siedelte sich in den 60iger Jahren bis heute an.

1977/78 verlor Eckersmühlen seine Selbstständigkeit im Umbruch der Gebietsreform und ist heute größter Ortsteil der Stadt Roth mit über 2800 Einwohnern.

Die Freiwillige Feuerwehr Eckersmühlen, mit den Löschgruppen in Hofstetten und Haimpfarrich, ist die größte Ortsteilfeuerwehr im Landkreis Roth.