Aus der Chronik der FFW Eckersmühlen

Mit den schlichten Worten: „Behufs Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr”, haben sich heute die bereits angemeldeten feuerwehrpflichtigen Mannschaften im Liegel’schen Gasthause (heute Gugel) zusammengefunden um darüber zu beraten und Beschluss zu fassen, ob und in welcher Weise eine freiwillige Feuerwehr zu gründen sei.

In Anbetracht des Schönen und Nützlichen einer solchen Vereinigung wurde nach kurzer Beratung beschlossen:

1. Die Anwesenden gründen in hiesiger Gemeinde mit Anschluss von Hofstetten und Haimpfarrich eine freiwillige Feuerwehr unter dem Namen: “Freiwillige Feuerwehr Eckersmühlen.“ Dies erste Protokoll, niedergeschrieben am 24. Dezember 1882, bedeutet den Anfang zu einer steten Aufwärtsentwicklung des Feuerlöschwesens in der Gemeinde. Die 65 Gründungsmitglieder wählten zum Vorstand den Hammerwerksbesitzer Herrn Michael Schäff. Der Werkmeister Joh. Eisenhöfer wurde Kommandant.

Bereits 1883 erwarb die Wehr eine Bottichspritze mit 45 m Druckschläuchen. Für diesen Kauf stellte der Vorstand 1.000 Mark leihweise zur Verfügung. Die vorhandene Holzkübelspritze mit schwenkbarem Messingrohr wurde mit 80 bis 100 m Schläuchen und mit Normalgewinde ausgestattet.

Im Jahr 1886 fertigte Wagnermeister Fuchs eine Stützleiter mit 9 m Länge an. Kurze Zeit darauf wurde weiteres Schlauchmaterial gekauft.

Zehn Jahre später weist die Inventurliste den Erwerb eines Wasserzubringers und einer fahrbaren Schubleiter aus. Über viele Jahrzehnte hin war diese großrädrige Leiter der Stolz der Wehr.

Die für 1.150 Mark erworbene Saug- und Druckspritze im Jahre 1899 brachte die Wehr auf den neuesten Stand der Ausrüstungsmöglichkeiten.

Die Niederschriften um die Jahrhundertwende zeigen uns, dass einer raschen Benachrichtigung besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Zur schnellen Alarmierung finden wir 1902 vier Radfahrer erwähnt, die ihre Fahrzeuge zur Verständigung der Mannschaften in Hofstetten und Haimpfarrich benutzten. Auch finden sich Hinweise über den Einsatz der Hornisten und der Feuerwehrsanitäter.

In den Jahren 1928/29 wurde in weiser Voraussicht für die Zukunft die erste Motorspritze zum Preis von 4.800 Mark mit Schläuchen gekauft. Die Kosten teilten sich die Gemeinde mit 60 %, der Staat gab 40 % an Zuschüssen. Mit der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Wehr im Jahre 1933, der Gedenkstein-Enthüllung im Friedhof zu Ehren der verstorbenen Gründungsmitglieder ging eine Epoche zu Ende.

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FF Eckersmühlen in den 1930er Jahren

Das Kriegsende brachte einen Umschwung im Feuerlöschwesen. Von eifrigen Führungskräften eingeleitet, von der Gemeinde unterstützt; dazu Stiftungen von privater Seite, erreichten eine fortschrittliche Modernisierung. Bei der Ausdehnung des Dorfes war die Anschaffung eines Motorfahrzeuges unumgänglich notwendig geworden. Nach dem 75-jährigen Gründungsfest konnte 1965 verbunden mit der Fahnenweihe und der Übernahme des neuen Gerätehauses auch ein neues Motorfahrzeug – ein LF 8, der Marke Faun übernommen werden.

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Feuerlöschgerätehaus 1965-2007

Im Jahre 1971 haben sich neun Kameraden zur Ausbildung im schweren Atemschutz zur Verfügung gestellt.

Viele Einsätze haben die Wichtigkeit der Ausstattung mit Pressluftatmern gezeigt, z. B. im Jahre 1981 beim Brand der annähernd 3000 m2 großen Discothek „MAD“ in Eckersmühlen.

Am 8. Januar 1977 übergab Bürgermeister Würth das neue TLF 16/25 der Wehr. Kreisbrandrat Brüchle führte dabei aus: „Die Wehr ist eine der am besten ausgerüsteten im Landkreis.“ Hinzu kommen elf Pressluftatmer, eine TS 8/8 in Hofstetten, eine TS 4/5 in Haimpfarrich.

Vom 18. bis 20. Juni 1982 feierte die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Wehr 245 Mitglieder, davon verrichten über 100 Aktive aus den Ortschaften Eckersmühlen, Haimpfarrich und Hofstetten ihren freiwilligen Dienst.

Im Jahre 1982 kam die Funkalarmierung für Eckersmühlen. Seitdem werden die Sirenen im Ortsgebiet über Funk ausgelöst.

Im November 1983 erhielten wir im Austausch des bisherigen Katastrophenschutzfahrzeuges ein neues LF 16-TS. Bis zum Jahr 1989 erfolgte die Ausstattung mit Fahrzeugfunkgeräten sowie Handfunkgeräten.

1988 wurde das neue Gerätehaus der Löschgruppe Haimpfarrich eingeweiht, 1997 konnte das neue Gerätehaus der Löschgruppe Hofstetten seiner Bestimmung übergeben werden.

Das Jahr 2003 war mit 25 Einsätzen ein sehr turbulentes Jahr. Gerade zum Ende des Jahres wird die Wehr zu Einsätzen gerufen, bei denen Personen durch Verkehrsunfälle ihr Leben lassen mussten.

Seit Ende 2004 werden zusätzlich zur Sirenenalarmierung ca. 25 Kameradinnen und Kameraden über SMS alarmiert.

In 2006 wird unser LF 8 durch die Stadt Roth nach 42 Jahren außer Dienst gestellt.

Von Januar 2007 bis November 2008 renovierten wir das Gerätehaus in Eckersmühlen. Zusätzlich erfolgte der Anbau von 2 Stellplätzen für unsere Fahrzeuge.

Im Jahre 2007 konnten wir auf unser 125-jähriges Bestehen zurückblicken.

Das bisher einsatzreichste Jahr war 2008 mit 37 Einsätzen. Insbesondere das Orkantief „Emma“ hat starke Verwüstungen in unserem Dorf hinterlassen.
Im Juli 2011 wurde nach dem Ausmustern des in die Jahre gekommenen TLF 16/25 ersatzweise ein neues LF 10-6 in Dienst gestellt.
Um für die notwendigen Transportaufgaben aller Art besser gerüstet zu sein, wurde im August des gleichen Jahres ein FwA des Feuerwehrvereins ebenfalls beschafft.

Heute leisten 80 aktive Kameradinnen und Kameraden sowie Feuerwehranwärter aus Eckersmühlen, Hofstetten und Haimpfarrich ihren Dienst bzw. lassen sich in der Jugendfeuerwehr für den Dienst ausbilden. Die Feuerwehr insgesamt zählt über 200 Mitglieder.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!